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Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
todayJuli 30, 2026 198 65 5
Die Zukunft der Inselklinik Föhr-Amrum wird derzeit im Zuge der Krankenhausreform und des neuen Landeskrankenhausplans intensiv diskutiert.
Die Inselklinik Föhr-Amrum steht möglicherweise vor den größten Veränderungen ihrer Geschichte. Im Zuge der Neuaufstellung des Landeskrankenhausplans und der bundesweiten Krankenhausreform wird derzeit geprüft, wie die medizinische Versorgung auf Föhr künftig aussehen soll. Das Klinikum Nordfriesland bestätigt nun erstmals, dass intensiv an einem neuen Versorgungskonzept gearbeitet wird. Im Mittelpunkt steht dabei die sogenannte sektorenübergreifende Versorgung (SÜV) – ein Modell, das nach Ansicht vieler auf der Insel erhebliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung haben könnte.
Mit ihren 18 Betten gilt die Inselklinik in Wyk als kleinste Akutklinik Deutschlands. Rund 80 Mitarbeiter kümmern sich täglich um stationäre und ambulante Patienten. Geschäftsführer Stephan W. Unger betont, dass die Klinik von Patienten regelmäßig sehr gute Bewertungen erhalte. Gleichzeitig werde es jedoch immer schwieriger, sämtliche gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
So sehen die bundesweiten Vorgaben für eine Zentrale Notaufnahme unter anderem eine Intensivstation mit sechs Betten vor – ein Anspruch, der sich auf einer kleinen Insel nach Einschätzung des Klinikums kaum umsetzen lässt. Bereits heute sei die Inselklinik auf einen Sicherstellungszuschlag angewiesen, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. Hinzu komme der zunehmende Fachkräftemangel, der auch auf Föhr immer deutlicher spürbar werde.
Vor diesem Hintergrund arbeitet das Klinikum Nordfriesland derzeit an Überlegungen, wie die medizinische Versorgung auf den Inseln langfristig gesichert werden kann. Diskutiert wird ein Modell der sektorenübergreifenden Versorgung, bei dem Krankenhaus, niedergelassene Ärzte, Kassenärztliche Vereinigung und Rettungsdienst enger zusammenarbeiten sollen.
Nach Angaben des Klinikums soll dabei weiterhin eine medizinische Versorgung rund um die Uhr gewährleistet werden – auch bei Sturm oder Nebel. Die Inselklinik würde weiterhin über stationäre Betten verfügen. Gleichzeitig macht Geschäftsführer Unger deutlich, dass man die endgültigen Entscheidungen des neuen Landeskrankenhausplans zunächst abwarten wolle. Die derzeitigen Überlegungen seien noch kein fertiges Konzept, sondern würden in den kommenden Wochen gemeinsam mit den beteiligten Partnern weiterentwickelt.
Trotz dieser Aussagen sorgen die Pläne bereits jetzt für große Diskussionen. Hintergrund ist, dass eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung andere Aufgaben übernimmt als ein klassisches Akutkrankenhaus. Beobachter auf der Insel befürchten deshalb, dass wichtige Leistungen künftig wegfallen oder eingeschränkt werden könnten.
Auch aus den Veröffentlichungen des Landes Schleswig-Holstein geht hervor, dass die Standorte auf Föhr und Helgoland perspektivisch zu sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen weiterentwickelt werden sollen. Gleichzeitig betont das Gesundheitsministerium jedoch, dass diese Einrichtungen weiterhin Krankenhausstandorte bleiben und eine wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung auch künftig sichergestellt werden müsse. Welche konkreten Auswirkungen dies auf die Inselklinik haben wird, ist derzeit noch offen.
Wie bedeutend die Klinik für Föhr und Amrum ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Allein im vergangenen Jahr wurden in der Zentralen Notaufnahme in Wyk 3.052 ambulante Notfallpatienten behandelt – darunter sowohl Einheimische als auch zahlreiche Urlaubsgäste. Gerade aufgrund der Insellage besitzt die medizinische Versorgung eine besondere Bedeutung. Fällt der Fährverkehr wegen Sturm oder Nebel aus, ist eine schnelle Behandlung auf der Insel oft alternativlos. Deshalb wird die Entwicklung des neuen Landeskrankenhausplans auf Föhr mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Fest steht bislang lediglich, dass sich das Klinikum Nordfriesland intensiv mit verschiedenen Zukunftsmodellen beschäftigt. Welche Struktur die Inselklinik künftig tatsächlich erhalten wird, entscheidet sich erst mit dem neuen Landeskrankenhausplan des Landes Schleswig-Holstein.
Bis dahin bleibt die Zukunft des kleinsten Akutkrankenhauses Deutschlands offen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die anstehenden Entscheidungen werden für die medizinische Versorgung auf Föhr und Amrum von großer Bedeutung sein.
Fotos: Stefan Gaul
Geschrieben von: admin
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