Inselradio Föhr Friesische Karibik für die Ohren
Gefährliche Situation auf der Nordsee: Der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ schleppt den havarierten Gaffelkutter in Richtung Cuxhaven. Die „Anneliese Kramer“ (rechts) sichert den Schleppverband. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Maschinenausfall, eindringendes Wasser und bis zu drei Meter hohe Wellen: Die Überführung eines historischen Segelkutters von Föhr nach Hamburg ist am Dienstag (20. Oktober) zu einem gefährlichen Einsatz auf der Nordsee geworden. Als während des Abschleppens auch noch zwei der drei Lenzpumpen ausfielen, spitzte sich die Situation dramatisch zu. Gleich zwei Seenotrettungskreuzer waren an der Rettungsaktion beteiligt.
Es sollte eine Überführungsfahrt von Föhr nach Hamburg werden. Doch für den Skipper eines historischen Segelkutters entwickelte sich die Reise am Dienstagnachmittag zu einer gefährlichen Situation auf der Nordsee. Rund 28 Kilometer vom Festland entfernt fiel gegen 17 Uhr plötzlich die Maschine seines Schiffes vollständig aus. Der 14,5 Meter lange ehemalige Fischkutter, der bereits 1938 gebaut wurde, war damit manövrierunfähig. Hinzu kam ein weiteres Problem: In das Schiff drang Wasser ein.
Der Schiffsführer alarmierte die Rettungsleitstelle See der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen. Glücklicherweise befand sich der Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ zu diesem Zeitpunkt ganz in der Nähe. Er war nach einer Versorgungsfahrt nach Cuxhaven auf dem Rückweg zu seiner Station auf Helgoland. Nur rund 20 Minuten nach der Alarmierung erreichten die Seenotretter den havarierten Gaffelkutter und stellten eine Schleppverbindung her.
Zunächst schien die Situation unter Kontrolle. Der Skipper hatte bereits Lenzpumpen eingeschaltet, um das eindringende Wasser aus dem Schiff zu befördern. Die Pumpen wurden über eine Notstromversorgung betrieben. Während die „Hermann Marwede“ den historischen Kutter in Richtung Cuxhaven schleppte, verschärfte sich die Lage jedoch erheblich.
Nach etwa zwei Stunden Schleppfahrt versagten plötzlich zwei der drei Pumpen. Innerhalb kürzester Zeit stieg das Wasser im Schiff bis zu den Bodenbrettern. Die Gefahr, dass der Kutter weiter volllaufen könnte, nahm damit deutlich zu.
Die Besatzung der „Hermann Marwede“ reagierte umgehend und setzte ihr Tochterboot „Verena“ aus. Die Seenotretter übergaben dem Skipper eine leistungsstarke zusätzliche Lenzpumpe sowie ein Kabel für deren Stromversorgung. Damit konnte der Wassereinbruch wieder unter Kontrolle gebracht werden. Gleichzeitig unterstützte die „Verena“ den Schleppverband mit einer weiteren Leinenverbindung bei der Steuerung.
Unterstützung kam schließlich auch aus Cuxhaven. Der dort stationierte Seenotrettungskreuzer „Anneliese Kramer“ beteiligte sich mit seinem Tochterboot an der Rettungsaktion. Gegen 19.20 Uhr übernahm dieses Tochterboot den havarierten Gaffelkutter von der „Hermann Marwede“. Gemeinsam sorgten die beiden Tochterboote dafür, dass das historische Schiff sicher in den Yachthafen von Cuxhaven gebracht und dort festgemacht werden konnte.
Die Bedingungen auf See waren alles andere als einfach. Während des Einsatzes herrschten Windgeschwindigkeiten von bis zu 61 Kilometern pro Stunde, entsprechend Windstärke sieben. Dazu kamen Wellen von teilweise drei Metern Höhe.
Dank des schnellen Eingreifens der Seenotretter konnte die gefährliche Situation entschärft werden. Der Skipper und sein historischer Segelkutter erreichten sicher den Hafen. Die geplante Reise von Föhr nach Hamburg endete damit allerdings vorzeitig in Cuxhaven.
Geschrieben von: admin
Anneliese Kramer Cuxhaven DGzRS Die Seenotretter Föhr Gaffelketsch Gaffelkutter Helgoland HERMANN MARWEDE historischer Segelkutter Maschinenausfall Nordsee Rettungseinsatz Schifffahrt Seenotrettung VERENA Wassereinbruch
todayOktober 22, 2026 2762 127
todayOktober 22, 2026 129 64
Ob Hammer oder Papier, Werkstatt oder Büro – wir begleiten euch mit guter Musik durch den Arbeitstag und schaffen kleine Urlaubsinseln für die Ohren.
close
Beitrags-Kommentare (0)