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Neues Feuerwehrfahrzeug für Wyk: MTF für Wasserrettung kommt mit Blaulicht-Korso nach Föhr

todayAugust 30, 2026 304 1 14 5

Hintergrund
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Mit Blaulicht zurück nach Föhr: Warum Bürgermeister Uli Hess beim neuen Wyker Feuerwehrfahrzeug selbst am Steuer saß

Mit Blaulicht und Martinshorn ist das neue Mannschaftstransportfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wyk auf Föhr angekommen. Bürgermeister Uli Hess saß selbst am Steuer. Das rund 127.900 Euro teure MTF ist besonders für die Wasserrettung ausgestattet – und bereits die nächsten großen Fahrzeugbeschaffungen stehen bevor.

Es war kein Einsatz, trotzdem war am späten Freitagnachmittag reichlich Blaulicht in Wyk zu sehen und sogar das Martinshorn zu hören. Gegen 17.15 Uhr rollte das neue Mannschaftstransportfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Wyk auf die Insel – und am Steuer saß ausgerechnet Bürgermeister Uli Hess. Zuvor war das Fahrzeug bei Matuczak Feuerschutz in Preetz abgeholt worden. Am Fährhafen warteten bereits zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge von Föhr, anschließend ging es gemeinsam im Korso durch die Stadt. Für Hess und die Feuerwehrleute war die Ankunft weit mehr als eine gewöhnliche Fahrzeugübergabe: Bei einigen flossen sogar Tränen.

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Vom Festland direkt mit Blaulicht durch Wyk

Das neue MTF mit der Funkkennung 92-18-01 hatte am Freitag einen langen Tag hinter sich. Bereits am Morgen machten sich Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Wyk und Bürgermeister Uli Hess auf den Weg nach Preetz, um das Fahrzeug bei Matuczak Feuerschutz zu übernehmen. Am Nachmittag ging es zurück Richtung Föhr. Als die Fähre gegen 17.15 Uhr die Insel erreichte, wartete dort bereits ein besonderer Empfang. Feuerwehrfahrzeuge von der Insel standen mit eingeschaltetem Blaulicht bereit. Als das neue MTF als letztes Fahrzeug die Fähre verließ, ertönte nach Hess‘ Schilderung sogar das Schiffshorn. Dann setzte sich der Feuerwehrkorso in Bewegung. Blaulicht und Martinshorn begleiteten die Fahrt durch Wyk – und sorgten entsprechend für Aufmerksamkeit. „Viele haben sich erschrocken oder haben voller Aufregung am Straßenrand gestanden“, berichtete Hess im Gespräch mit unserer Redaktion. Diesmal habe die ungewöhnliche Geräuschkulisse allerdings einen erfreulichen Grund gehabt: Nach langer Planung konnte ein neues Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt in Dienst gestellt werden.

Der Bürgermeister durfte selbst ans Steuer

Eine Besonderheit gab es schon bei der Rückfahrt: Hess durfte das neue Feuerwehrfahrzeug selbst fahren. Für Wyks Wehrführer Jörg Carstensen stand nach eigener Aussage früh fest, wer auf dem Fahrersitz Platz nehmen sollte. Anders als bei größeren Einsatzfahrzeugen darf Hess das MTF mit seiner Fahrerlaubnis selbst fahren. Carstensen saß während der Fahrt neben ihm – und stellte seinem Bürgermeister anschließend ein gutes Zeugnis aus. „Er ist gut gefahren“, sagte der Wehrführer schmunzelnd. Hess sei genauso begeistert von der Fahrzeugübergabe gewesen wie die Feuerwehrleute selbst und habe „auf jeden Fall keine Angst“ gehabt. Für Hess wurde besonders die Ankunft auf Föhr zu einem Moment, den er so schnell wohl nicht vergessen wird. Als letztes Fahrzeug von der Fähre zu fahren, das Schiffshorn zu hören, die wartenden Einsatzfahrzeuge mit ihrem Blaulicht zu sehen und anschließend selbst den Korso anzuführen, habe ihn sehr bewegt. „Mir kamen die Tränen“, sagte Hess offen. Dafür schäme er sich keineswegs. Auch bei den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden seien solche Emotionen spürbar. Carstensen bestätigte das. Wenn die Kameraden bereitstünden und ein neues Fahrzeug empfangen werde, gebe es Gänsehaut – und dann könne einem durchaus „schon mal was ins Auge“ kommen.

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Neues MTF ist besonders für die Wasserrettung ausgestattet

Hinter dem feierlichen Empfang steckt allerdings vor allem eine ganz praktische Notwendigkeit. Das neue Fahrzeug soll Mannschaft und Material zu Einsätzen bringen und wurde speziell mit Blick auf die Anforderungen der Wasserrettung ausgestattet. Ein Bereich, der nach Angaben von Hess in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Im Mannschaftsraum wurden deshalb Sitze verbaut, denen nasse Einsatzkleidung nichts ausmacht. Gerade Feuerwehrleute, die bei der Wasserrettung mit entsprechender Schutzkleidung unterwegs sind, können damit nach einem Einsatz wieder einsteigen, ohne dass empfindliche Stoffpolster zum Problem werden. Im Heck bietet das Fahrzeug darüber hinaus Platz für Rollcontainer. Welche Module dort künftig dauerhaft oder je nach Einsatzlage mitgeführt werden, soll noch weiter ausgearbeitet werden. Dadurch lässt sich das MTF flexibel an unterschiedliche Einsatzszenarien anpassen. Auch Rettungsrucksäcke und weitere Ausrüstung können mitgeführt werden. Für Carstensen ist das neue Fahrzeug deshalb auch ein weiterer Baustein in der inselweiten Zusammenarbeit. Gerade bei der Wasserrettung arbeiteten die Wehren eng zusammen. Er verwies dabei unter anderem auf die Strukturen in Utersum und Nieblum. Im Ernstfall gehe es nicht darum, welche Wehr ein Fahrzeug besitzt, sondern darum, die vorhandenen Möglichkeiten gemeinsam zu nutzen.

Knapp 127.900 Euro für das neue Feuerwehrfahrzeug

Bis das neue MTF tatsächlich auf Föhr ankam, war einiges an Vorarbeit notwendig. Nach Angaben von Bürgermeister Hess wurde die Ausschreibung bereits im Oktober 2024 veröffentlicht. Im November folgte der Submissionstermin, im Januar 2025 wurde der Auftrag vergeben. Rund 18 Monate später konnte das fertige Fahrzeug nun am 28. August 2026 übernommen werden. Die Kosten liegen bei knapp 127.900 Euro. Eine beträchtliche Summe für ein vergleichsweise kleines Feuerwehrfahrzeug, wie auch Hess einräumte. Gleichzeitig machte der Bürgermeister deutlich, dass die Anschaffung aus seiner Sicht notwendig ist. Bei der Besichtigung des Herstellers habe man sich zudem von der Qualität des Aufbaus überzeugen können. Dass Beschaffungen dieser Art inzwischen viel Zeit benötigen, ist nach seinen Worten längst keine Ausnahme mehr. Feuerwehrfahrzeuge und Spezialaufbauten seien stark nachgefragt, die Produktionszeiten entsprechend lang. Das zeigt sich noch deutlicher bei den größeren Projekten, die in Wyk bereits vorbereitet werden.

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Weitere Fahrzeuge sind bereits in der Beschaffung

Mit dem neuen MTF ist die Modernisierung des Wyker Fuhrparks nämlich noch längst nicht abgeschlossen. Nach Angaben von Hess befinden sich weitere Fahrzeuge beziehungsweise Projekte bereits in unterschiedlichen Stadien der Beschaffung. Dazu gehören unter anderem ein neues Einsatzleitfahrzeug sowie ein Wechselladerfahrzeug. Eine wichtige Rolle bei diesen aufwendigen Verfahren spiele Marco Christiansen aus dem Ordnungsamt, hob Hess ausdrücklich hervor. Von den Anforderungen der Feuerwehr über Ausschreibungen bis zur eigentlichen Vergabe müssten zahlreiche Punkte zusammengeführt werden. Unterstützt werde die Verwaltung dabei zusätzlich von einem externen Fachunternehmen. Die langen Beschaffungszeiten machen gleichzeitig deutlich, warum Ersatzfahrzeuge frühzeitig geplant werden müssen. Amtswehrführer Hauke Brett verwies darauf, dass Feuerwehrfahrzeuge oftmals 25 Jahre oder sogar länger genutzt werden. Die derzeitige Häufung neuer Fahrzeuge dürfe deshalb nicht den Eindruck erwecken, der Fuhrpark werde ständig ausgetauscht. Auch Hess betonte, dass die vorhandenen Fahrzeuge so lange genutzt würden, wie dies technisch und wirtschaftlich vertretbar sei. Neuanschaffungen seien keine Luxusentscheidung, sondern langfristig geplante Ersatzbeschaffungen.

Nächstes Millionenprojekt: Eine neue Drehleiter für Wyk

Das mit Abstand größte noch anstehende Projekt ist die Drehleiter. Die derzeitige Wyker Drehleiter wird nach Angaben des Bürgermeisters bei der geplanten Ablösung voraussichtlich bereits 26 bis 27 Jahre im Dienst gewesen sein. Die politischen Beratungen für die Ersatzbeschaffung sollen nun weitergehen. Hess zufolge soll das Thema am 8. September im Finanzausschuss behandelt werden, anschließend ist die Stadtvertretung gefragt. Für eine neue Drehleiter rechnet die Stadt derzeit mit Kosten von etwa 1,4 Millionen Euro. Selbst wenn die politischen Beschlüsse zeitnah fallen, wird die neue Drehleiter nicht kurzfristig in Wyk ankommen. Hess geht von einer Auslieferung Ende 2029 oder Anfang 2030 aus. Produktionszeiten dieser Größenordnung seien bei solchen Spezialfahrzeugen mittlerweile üblich. Für den Bürgermeister hat dieses Vorhaben auch eine persönliche Bedeutung. Seine Amtszeit endet nach seinen Angaben am 30. Juni kommenden Jahres. Hess würde deshalb gerne noch die Beschaffung der neuen Drehleiter auf den Weg bringen. Bei Fahrzeugbeschaffungen für die Feuerwehr seien die politischen Beschlüsse während seiner inzwischen achtjährigen Amtszeit stets einstimmig gefallen. Das wünsche er sich auch für dieses letzte große Ersatzbeschaffungsprojekt.

„Wir sind sehr gut aufgestellt“

Amtswehrführer Hauke Brett bewertet die Ausstattung der Feuerwehren auf Föhr und Amrum insgesamt positiv. Die Gemeinden hielten die notwendigen Fahrzeuge vor, und die kommunale Unterstützung sei groß. Viele Bürgermeister seien selbst in den Feuerwehren aktiv und wüssten deshalb aus eigener Erfahrung, was im Einsatz benötigt werde. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, fasste Brett die Situation zusammen. Die moderne Technik sei dabei allerdings nur eine Seite. Entscheidend seien am Ende die Menschen, die sie bedienen. Genau deshalb nutzte der Amtswehrführer die Gelegenheit auch für einen Dank an die Arbeitgeber auf den Inseln. Feuerwehrleute müssen bei einer Alarmierung ihren Arbeitsplatz teilweise von einem Moment auf den anderen verlassen. Das gilt nicht nur bei großen Bränden oder schweren Unfällen, sondern auch bei Alarmierungen, die sich später als Fehlalarm herausstellen. Dass viele Unternehmen ihre Beschäftigten dafür ohne große Probleme freistellten, sei keineswegs selbstverständlich.

Moderne Fahrzeuge allein reichen nicht

Trotz der guten Ausstattung sieht Brett eine Herausforderung, die sich nicht mit einem neuen Fahrzeug lösen lässt: Die Feuerwehren brauchen auch in Zukunft ausreichend Mitglieder. Aktuell sei die Tagesverfügbarkeit auf den Inseln noch vergleichsweise gut. Trotzdem müsse schon heute daran gearbeitet werden, Nachwuchs für das Ehrenamt zu gewinnen. Besonders zusätzliche Atemschutzgeräteträger würden gebraucht. Brett appellierte deshalb an jüngere Feuerwehrmitglieder, die entsprechende Ausbildung zu absolvieren und auch die dafür notwendige Fitness im Blick zu behalten. Darüber hinaus richtet sich sein Aufruf ausdrücklich an Menschen, die bislang noch gar nicht Mitglied einer Feuerwehr sind. Der Rückgang ehrenamtlichen Engagements sei schließlich nicht allein bei den Feuerwehren zu beobachten, sondern ebenso in Vereinen und vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen. Wer Interesse habe, könne ganz unkompliziert bei einem Dienstabend der Feuerwehr im eigenen Ort vorbeischauen und sich selbst ein Bild machen. „Wir können jeden Einzelnen und jede Einzelne brauchen“, machte Brett deutlich.

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Ein neues Fahrzeug – und ein besonderer Tag für die Feuerwehr

So wurde aus der Ankunft eines vergleichsweise kleinen Mannschaftstransportfahrzeugs am Freitag ein ungewöhnlich emotionaler Nachmittag. Für die Feuerwehr bedeutet das MTF vor allem zusätzliche Flexibilität, bessere Möglichkeiten bei der Wasserrettung und eine weitere Modernisierung des Fuhrparks. Für die Stadt ist es eine Investition in den Brandschutz – und für Uli Hess war es offenbar eine Fahrt, die ihm noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Bürgermeister brachte die Bedeutung der Investitionen schließlich auf einen einfachen Punkt: Ob Berufsfeuerwehr oder freiwillige Feuerwehr – ein Feuer unterscheide nicht, wer zum Einsatz komme. Deshalb müssten die Einsatzkräfte gut ausgebildet, gut untergebracht und gut ausgerüstet sein.

Und auch wenn am Freitag viel über das neue Fahrzeug gesprochen wurde: Im Ernstfall entscheidet nicht das Blaulicht darüber, wie gut eine Feuerwehr aufgestellt ist. Entscheidend sind die Menschen, die ihre Arbeit oder ihre Freizeit unterbrechen, einsteigen und losfahren.

Fotos: Stefan Gaul

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Geschrieben von: admin

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Beitrags-Kommentare (1)

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  1. BerndS am August 30, 2026

    Schöner Bericht. Wir finden es toll das aus der Ferne immer wieder so ausführlich über eure Insel berichtet wird.

    Feuerwehr und Rettungsdienst interessiert uns sehr. Sind dir Stefan und Team dankbar für die immer wieder aktuelle Berichterstattung. Das ist ganz wichtig für Föhr


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Iris Christiansen Ocke Hansen - Südstrand von Wyk Ihr macht das täglich so Klasse lieben eure Musik und Programm 🙂

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