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Abwasser in einer Kläranlage - wie können Kläranlagen klimaneutral werden? (Symbolbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Kiel/Strande (dpa/lno) – Aus dem Klärwerk Bülk in Strande (Kreis Rendsburg-Eckernförde) soll künftig weniger klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangen. Eine Testanlage, mit der CO2 aus dem Abgas des Blockheizkraftwerks entfernt wird, wird zu einer größeren Pilotanlage ausgebaut. Im Blockheizkraftwerk verbrennt das aus dem Klärschlamm stammende Biogas und liefert Strom sowie Wärme.
Die Testanlage macht sich eine natürliche Reaktion des in Wasser gelösten Gases mit Kalkstein zunutze, wie die Stadt Kiel als Betreiber des Klärwerks mitteilte. In der Natur wird aus CO2 und Regenwasser eine schwache Kohlensäure. Sickert dieses Wasser durch Kalkstein, entsteht Hydrogencarbonat. Das ist der natürliche Prozess der Kalksteinverwitterung.
Gemeinsam mit dem Hamburger Unternehmen Planeteers sei das Verfahren technisch so beschleunigt worden, dass in der Pilotanlage jährlich bis zu 625 Tonnen CO2 aus dem Abgas abgeschieden werden können. Das Hydrogencarbonat soll mit dem Wasser der Kläranlage in die Ostsee fließen und dort langfristig bleiben.
Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel wollen untersuchen, welche Auswirkungen das Verfahren auf die Ostsee hat. Das mit Hydrogencarbonat angereicherte Wasser hat eine höhere Alkalinität als das bisher eingeleitete Wasser. Schon bisher ist den Angaben zufolge dieser Wert am Auslauf des Klärwerks mehr als doppelt so hoch wie im Ostseewasser. Mit dem neuen Verfahren soll sich die Alkalinität des eingeleiteten Wassers um höchstens neun Prozent erhöhen. Alkalinität bezeichnet die Fähigkeit eines Bodens, Gesteins oder hier des Wassers, Säuren zu binden.
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